Im Fokus des aktuellen „KMU-Spiegels“ der FHS St. Gallen steht die Digitalisierung in Klein- und Mittelunternehmen. Ein spannendes Thema, das in vielen KMU derzeit heiss diskutiert wird. Damit verbunden ist jedoch auch viel Unsicherheit. Wo liegen die Chancen, wo die Stolpersteine? Worum geht es bei der Digitalisierung überhaupt? Worauf sollen Unternehmer achten, wenn sie Projekte lancieren? Und welche Branche ist in welchem Mass von der Digitalisierung überhaupt betroffen? 

Auf rund 60 Seiten werden verschiedene Aspekte untersucht. Die im Bericht dargestellten Ergebnisse basieren auf einer schweizweit durchgeführten Online-Befragung sowie vertiefenden Interviews mit Berufs- und Branchenverbänden sowie Unternehmen. Der KMU-Spiegel 2017 zeigt nicht nur den aktuellen Stand der Digitalisierung in Schweizer Unternehmen auf, sondern auch die Veränderungen. Daraus lassen sich sechs Erkenntnisse ableiten, welche auszugsweise aus der Studie vorgestellt werden.

Erkenntnis 1: Fehlendes Begriffsverständnis

Das Thema Digitalisierung wird unter verschiedenen Stichworten diskutiert, so dass es noch kein klares Begriffsverständnis gibt. Zwar verfolgen bereits die meisten Unternehmen digitale Projekte. Allerdings sind für die unterschiedlichen Branchen jeweils ganz verschiedene «digitale» Themen» von Bedeutung.

Erkenntnis 2: Digitalisierung als Chance

Die befragten KMU nehmen die Digitalisierung insgesamt eher als Chance wahr. Unternehmen aus der IKT-Branche sehen die grössten Chancen, während sich bei Handelsunternehmen ein fast ausgeglichenes Bild zwischen Chancen und Herausforderungen zeigt.

Erkenntnis 3: Effizienzsteigerung durch Automatisierung

Bei den Chancen der Digitalisierung stehen für KMU Effizienzsteigerungen durch die Automatisierung von Prozessen an erster Stelle. Die Digitalisierung betrifft jedoch nicht nur den Prozess der Leistungserstellung, sondern auch die Vermarktungsstrategie sowie das Erlösmodell und kann somit das Nutzenversprechen massgeblich verändern.

Erkenntnis 4: Veränderungen in allen Branchen

Die Digitalisierung führt zu Veränderungen in allen Branchen. Das Ausmass und die Geschwindigkeit der Veränderungen sind jedoch von Branche zu Branche ganz unterschiedlich. Im produzierenden Gewerbe und der Baubranche haben Effizienzsteigerungen oberste Priorität. Für Dienstleistungsunternehmen ist es die Automatisierung, während für die IKT-Branche neue Geschäftskonzepte im Vordergrund stehen. Im Handel und im Gastgewerbe sind marktbezogene Aspekte, wie neue Kunden und digitale Vertriebswege, sehr wichtig. Im Gesundheits- und Sozialwesen geht es vor allem um die Nutzung von Patientendaten.

Erkenntnis 5: Fehlende finanzielle Ressourcen

Die grössten Herausforderungen der Digitalisierung liegen nicht allein auf der technischen Seite. KMU fehlen oftmals die notwendigen finanziellen Ressourcen, um den hohen Investitionsbedarf «stemmen» zu können. Fehlende Kompetenzen bei Mitarbeitenden, eine erhöhte Markttransparenz sowie Veränderungen der Branche und der Wettbewerbssituation stellen weitere Herausforderungen dar.

Erkenntnis 6: Unterschiedliche Herausforderungen

Die Herausforderungen der Digitalisierung sind vielfältig und unterscheiden sich von Branche zu Branche. Für Produktionsunternehmen ist es die Kompetenz der Mitarbeitenden und für die Baubranche der hohe Investitionsbedarf. IKT-Unternehmen nehmen den Eintritt neuer Wettbewerber als grosse Gefahr wahr, während für Handel und Gastronomie Markttransparenz und Wettbewerbsintensität sehr wichtig sind. In der Dienstleistungsbranche sowie für Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen steht die Datensicherheit ganz oben auf der Agenda.

Zum kostenlosen Download des KMU-Spiegels 2017

FHS St.Gallen
Hochschule für Angewandte Wissenschaften
9001 St.Gallen, Switzerland
www.fhsg.ch

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann ist Chefredaktor des topsoft Fachmagazin für Business Software.