Mit welchen Herausforderungen kämpfen Dienstleistungsunternehmen? Was hat sich mit der Digitalisierung verändert? Wo sind Lösungsanbieter besonders gefragt? Was die Profis dazu sagen, erfahren Sie im topsoft Kurzinterview. Die gesamte Umfrage ist im topsoft Magazin 17-3 erschienen. Nachfolgend ein Auszug mit den Antworten von Roger Walter, Head of CRM & Office 365 Solutions der Consultinform AG.

Wie hoch schätzen Sie den Digitalisierungsgrad im Dienstleistungssektor? Wo besteht noch Nachholbedarf?

Roger Walter: Wir sehen die Digitalisierung als Vorstufe zur «Digitalen Transformation». Der Dienstleistungssektor ist in Sachen Digitalisierung grundsätzlich gut aufgestellt, jedoch lässt sich dies schwer beziffern ohne eine klare Abgrenzung des Begriffs. An was es den Unternehmen jedoch häufig fehlt, ist das nötige Knowhow, die Mittel der Digitalisierung auch richtig einzusetzen. Prozesse können meist einfacher gehandhabt werden und moderne Arbeitsmittel/-Methodiken erleichtern den Arbeitsalltag.

Mit welchen Business-Herausforderungen sind Dienstleister und Projektmanager konfrontiert? Wie kann IT sie dabei unterstützen?

Roger Walter: Grundsätzlich gilt es für das Business die Digitalisierung und die «Digitale Transformation» in ihren Kernbereichen zu verstehen. IT-Mittel rücken stärker in den Hintergrund und werden als Wegbereiter verstanden. Viel stärker werden technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen gewichtet. Neue Generationen stellen neue Anforderungen an die Unternehmen. Dies einerseits aus Sicht des Kunden, aber genauso auch aus Sicht des Mitarbeiters.

In welcher Form und mit welchen Leistungen sind Sie als IT-Partner bei solchen Projekten besonders gefordert?

Roger Walter: Digitalisierung bedeutet nicht nur neue Technologie, sondern auch neue Arbeitsweisen, neue Geschwindigkeit, neue Prozesse. Hier müssen sich auch die Menschen ändern –das geht schnell vergessen. Wir sehen den Menschen als entscheidenden Faktor bei Digitalisierungs-Projekten. Dahingehend beraten wir die Kunden bezüglich Einführung und Schulung der Mitarbeitenden. Mit deren Einbezug wird der Veränderungsprozess besser verstanden und die Akzeptanz steigt. Nur so kann die Transformation wirklich gelingen.

Welche Voraussetzungen braucht ein Dienstleistungsunternehmen aus Ihrer Sicht für den erfolgreichen Schritt ins digitale Zeitalter?

Roger Walter: Die Digitalisierung darf auf gar keinen Fall als rein technisches Projekt gesehen werden, sie ist zutiefst menschlich. Diese Veränderung muss im Kopf jedes einzelnen Mitarbeiters stattfinden – aber ganz besonders in den Köpfen des Kaders. Leben die Führungspersonen es vor und kommunizieren sie entsprechend, dann sorgen sie dafür, dass alle begeistert mitziehen. Und der Schritt ins digitale Zeitalter wird zum Erfolg.

 

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Christian Bühlmann

Christian Bühlmann ist Chefredaktor des topsoft Fachmagazin für Business Software.