Digitalisierung ist überall ein Thema, aber auch die Digitale Transformation wird oft genannt. Vielfach werden die Begriffe als Synonyme verwendet. Aber ist das wirklich ein und dasselbe? Oder gibt es da Unterschiede? Und wenn ja, was ist da die Differenz? Ja, es gibt einen grossen Unterschied. Und wir erklären ihn hier ganz kurz.

Die Zukunft leuchtet hell: Alles wird digitalisiert sein, alle werden ganz anders arbeiten und alle werden glücklich sein.

Naja, vielleicht nicht alle. Ob es nur Gewinner gibt bei dieser Entwicklung, das wird sich weisen. Aber immer wieder werden dieselben Spieler lobend erwähnt, wenn es um die Digitalisierung geht: Der Überflieger Casper mit seinen Standard-Matratzen, Zalando, das den etablierten Boutiquen das Wasser abgräbt oder natürlich Uber, der dem erfolgsverwöhnten Taxigewerbe das Leben schwer macht. Schnell hat man als Unternehmer das Gefühl, dass man doch auch in der Liga mitspielen muss.

In Zukunft werden keine Maschinen mehr verkauft, sondern die Dienstleistung, die diese erbringen.

Wozu noch eine Kaffeemaschine kaufen, wenn man auch einfach pro Tasse Kaffee bezahlen kann? Die Digitale Transformation macht es möglich.

Doch das muss man nicht. Natürlich kommt man nicht um die Digitalisierung herum, aber trotzdem muss ein Unternehmer deswegen sein Geschäftsmodell nicht auf den Kopf stellen. Oder anders gesagt: Die Digitalisierung ist ein Muss, die Digitale Transformation (die Änderung des Geschäftsmodells) jedoch nicht unbedingt.

Digitalisierung ist ein Muss

Mit der Digitalisierung werden bestehende Abläufe vom Papier gelöst, es wird mit digitalen Hilfsmitteln dafür gesorgt, dass die Arbeit effizienter erledigt werden kann. Will man die Kundenzufriedenheit erhöhen, den Konkurrenten nicht hinterherrennen und die Kosten im Griff haben, dann muss man einfach mitziehen. Die nötigen Programme und Hilfsmittel sind vorhanden.

Diese Schritte beeinflussen jedoch nicht die Abläufe in der Firma. Bloss dass jetzt ein Bildschirm und ein Programm statt Bleistift und Papier eingesetzt werden.

Wenn der Servicetechniker der Heizungsfirma früher einmal im Jahr für den Service vorbeigekommen ist, können jetzt mittels eines Sensors laufend die Daten der Heizung übermittelt werden. So kann der Monteur auch kommen, wenn vom System Unregelmässigkeiten gemeldet werden – also auch ausser Plan und bevor der Kunde überhaupt mitkriegt, dass die Heizungsanlage bald ausfallen könnte. Auch wird der Servicetechniker sich den Arbeitseinsatz auf dem Tablet quittieren lassen statt auf dem Papierformular. All dies ist Teil der Digitalisierung.

Digitale Transformation verändert Ihr Unternehmen

Bei der digitalen Transformation jedoch werden auch die Abläufe auf den Kopf gestellt, neue Geschäftsfelder enstehen oder neue Serviceleistungen können angeboten werden. So könnte die Heizungsfirma statt Anlagen zu verkaufen, diese zu montieren und zu warten auch einfach Wärme verkaufen. Der Kunde bezahlt für jeden Tag, an dem die Heizung tadellos gelaufen ist. Er kauft die Heizung nicht, er kauft nur den Komfort eines warmen Büros.

Dies hat dann zur Folge, dass die Heizungsfirma alles daran setzen muss, dass mittels Sensortechnik und Preventive Maintenance kein Ausfall der Heizanlage vorkommt, denn dann kriegt sie kein Geld. Dem Kunden wird das tadellose Funktionieren der Heizung verkauft. Für den Kunden fällt somit die grosse Investition in eine neue Heizanlage weg, da diese im Besitz der Heizungsfirma verbleibt. Somit eröffnen sich für den Anbieter neue Geschäftsfelder – denn er verkauft eine Dienstleistung und keine Ware mehr. Mehr Kunden könnten sich dann die Wärme einer neuen Heizanlage leisten.

Neue innovative Geschäftsideen sind gefordert. Schon jetzt verkaufen Firmen Licht statt Lampen, Portionen aufgebrühten Kaffees statt Kaffeemaschinen und ausgedruckte Dokumente statt Drucker. Immer mehr Firmen, die bis anhin nur Maschinen verkauft und gewartet haben, werden jetzt zu Dienstleistern – denn der Kunde will und braucht ja Wärme, Licht und Kaffee, keine Geräte.

Das ist dann die Digitale Transformation – ein neues Geschäftsfeld, hier also der Wandel von einer Produktions- und Handelsorganisation zu einer Dienstleistungsunternehmung.

Fazit

Um die Digitalisierung kommt niemand herum: Bald schon wird es keine Rechnungen mehr auf Papier geben und Einzahlungsscheine sind Geschichte, Serviceaufträge erfolgen automatisiert über Sensoren und wir lesen die Zeitung auf dem Tablet.

Aber die Digitale Transformation fordert uns viel mehr: Wie können wir unsere Unternehmen mithilfe der Digitalisierung neu ausrichten, fit machen für die Zukunft, neue Geschäftsfelder eröffnen und frische Ideen umsetzen? Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen.

Niemand erwartet, dass sie aus Ihrer Unternehmung den neuen Überflieger à la Zalando machen. Aber gar nichts tun führt dazu, dass Ihre Mitbewerber sie bald überflügeln könnten – denn die ruhen sich nicht aus und werden aktiv, sie transformieren sich.

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Alain Zanolari

Alain Zanolari ist Redaktor, Texter und Content Manager mit Erfahrung als IT-Supporter. Seine Tätigkeiten bei der Business Software Plattform topsoft umfassen das Schreiben von Artikeln für Print und Online, Betreuung der Social Media-Kanäle sowie diverse Aufgaben im Sales.