Das von DigitalEnterprise AG organisierte Forum fand im illustren KKL in Luzern statt. Unter dem ausladenden Dach des von Jean Nouvel gestalteten Gebäudes fanden die Besucher ein spannendes Programm mit hochstehenden Fachreferaten und Präsentation vor. Dabei zeigte sich schnell, dass die Digitale Transformation gerade auch für KMU ein weites Feld ist, welches es zu beackern gilt. Und zwar jetzt.

Das Wetter war herrlich am 2. Mai 2017, der Vierwaldstättersee zeigte sich tiefblau und ruhig, die Berge grüssten tiefverschneit aus der Ferne. Trotz des sonnigen Frühlingswetters sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Digital Enterprise Forum Luzern zahlreich am frühen Morgen in die Leuchtenstadt gepilgert und checkten zu einem spannenden und abwechslungsreichen Tag im KKL ein.

Herbert Matthys, der VR-Präsident der organisierenden Digital Enterprise AG begrüsste das Publikum zum 1. Digital Enterprise Forum Lucerne. Das Motto der Veranstaltung war ja, die digitale Transformation an konkreten Beispielen zu zeigen, denn, so Matthys, „Digital ist ja das neue Normal“. Auch stellte er kurz die Moderatorin Regula Elsener vor, die professionell und charmant durch den Tag führte.

Das Programm war vielfältig: Am Morgen zeigte schon das erste Fachreferate unter anderem, wie der Stand der Digitalisierung bei den Schweizer KMU ist. Schnell wurde klar, dass noch einiges zu tun ist, auch wenn knapp die Hälfte der befragten Unternehmen angeben, eine Digitale Strategie zu verfolgen. Gerade auch im Vergleich zum Ausland hinken aber besonders die kleineren Unternehmen oft noch stark hinten nach. Hier tut Handeln not, will man nicht den Anschluss verlieren.

Spannende Referate fesselten das Publikum

Beim Publikum kam besonders gut das Referat von Prof. Dr. Gunter Dueck, genannt „Wild Duck“ an. Dieser konnte in seiner jovialen Art in seinem launiges und mit Bonmots gespickten Vortrag aufzeigen, dass sich viele Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung stark verändern werden. Denn eigentlich sei die Digitale Transformation eine «Digitale Disruption», aber das wolle man eben lieber nicht so nennen. Man müsse als Unternehmer aktiv sein und nicht warten, bis man aktiv sein muss. Sein wahres Schlusswort war «Wollen wollen und nicht warten bis Sie müssen müssen».

In den Pausen wurde jeweils bei Kaffee intensiv diskutiert und dabei bestimmt auch das Netzwerk erweitert. Überhaupt war der Anlass ideal für Networking, waren doch viele Spezialisten und Entscheidungsträger von KMUs vor Ort.

Die nachfolgenden Referate beschäftigten sich mit dem konkreten Kundennutzen der Digitalisierung und mit dem stark gehypten «Internet of Things», welches zwar viele neue Möglichkeiten eröffnet, aber natürlich auch an Grenzen stösst. Des Weiteren wurden in den spannenden Vorträgen die Wachstumschancen für KMU aufgrund der Digitalisierung erörtert und die Möglichkeiten zur Kundenbindung mit digitalem Marketing aufgezeigt.

Benedikt Bitzi von Google Schweiz z.B. machte mit den Teilnehmenden eine kurze Zeitreise in die Anfänge der «Demokratisierung der Technologien», welche in den neunziger Jahren ihren Anfang nahm mit dem Tamagotchi, über das Nokia 3210 im Jahr 1999 bis hin zum Beginn des Internet-Zeitalters in der Schweiz mit Blue Window (später Bluewin) im Jahr 1996.

Danach widmete sich Bitzi der Zukunft und zeigte die Trends auf, welche die Digitalisierung in der nächsten Zeit prägen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt bildeten die Chancen der Automatisierung, z.B. mit Bots in verschiedenen Bereichen. Die Moderatorin hat diese als «Boots» angekündigt, was für Erheiterung im Saal gesorgt hat. Bots seien eine von IT getriebene Automation, sagten die Referenten von botscamp.co. Sie zeigten auf, wo moderne Bots heute überall schon eingesetzt werden können. Das zukunftsgerichtete Thema «Bots» wurde dann in einem Segment am Nachmittag noch vertieft behandelt.

Am Nachmittag Programm à la Carte

Den ganzen Tag schon konnte sich das Publikum für den Nachmittag das Programm zusammenstellen, dies mit einer innovativen Teilnehmer-App. Nach dem warmen Steh-Lunch begannen die verschiedenen Präsentation von realisierten Firmen-Projekten zur Digitalen Transformation. In jedem Timeslot von 15 Minuten standen vier verschiedene Vorführungen zur Auswahl.

Die Praxis-Fälle wurden von so angesehenen Partnern präsentiert wie PostFinance, Bison IT Services oder Microsoft. Die Auswahl fiel zugegeben sehr schwer, musste man sich doch immer mal wieder zwischen zwei hochinteressanten Themen entscheiden.

Zwischen den Präsentationen gab es wieder viele Möglichkeiten für intensives Networking. Auch hatten die verschiedenen Partner jeweils einen kleinen Stand in einer Ausstellung, so dass sich die Besuchenden sofort bei den Spezialisten informieren konnten. Natürlich konnten für weiterführende Gespräche auch Termine ausgemacht werden, diese Gelegenheit wurde rege benutzt.

Nach den Präsentationen am Nachmittag trafen sich die Teilnehmer wieder im Saal zum Vortrag von Zukunfts- und Trendexperten Dr. Andreas M. Walker, der zum Thema «Die Auswirkungen der Digitalisierung in den nächsten 36 Monaten» sprach. Er blieb mit seinen Voraussagen vage, wies jedoch nochmals darauf hin, wie wichtig es war, nicht abzuwarten, sondern sich eben jetzt schon die Digitalisierung konkret in Angriff zu nehmen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wäre eine kurze Roundtable-Diskussion der Experten vorgesehen gewesen, diese wurde jedoch aus Zeitgründen kurzfristig abgesagt, so dass der Anlass pünktlich enden konnte. VR-Präsident Herbert Matthys richtete nochmal das Wort an die Teilnehmenden und liess offen, ob und in welchem Rhythmus diese Veranstaltung wieder stattfinden würde.

Gibt es eine Fortsetzung?

Alles in allem war das Digital Enterprise Forum Lucerne eine sehr gelungene Veranstaltung mit grossem Informationsgehalt. Über 250 Teilnehmende bewiesen, dass das Thema auf breites Interesse stösst. Aber auch ein gewisser Unterhaltungswert war gegeben, was uns auch von verschiedenen Besuchern bestätigt worden ist. Es wurde eine Umfrage bei den Teilnehmenden angekündigt, deren Resultate dann wohl über eine zweite Ausgabe mit entscheiden werden.

Besonders auch die innovative Form mit der Teilnehmer-App für den Nachmittag zeigte die Digitalisierung in sehr konkreter Form. Dazu kam sicher die gelungene Wahl der gediegenen Location direkt am See, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Auch Ruedi Fehlmann, Organisator des Anlasses, zeigte sich im Gespräch sehr zufrieden über die erste Ausgabe des Digital Enterprise Forum Lucerne.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter http://defl.ch/

 

Interessensbindung: topsoft ist Medienpartner des Digital Enterprise Forum Lucerne

Alain Zanolari

Alain Zanolari ist Redaktor, Texter und Content Manager mit Erfahrung als IT-Supporter. Seine Tätigkeiten bei der Business Software Plattform topsoft umfassen das Schreiben von Artikeln für Print und Online, Betreuung der Social Media-Kanäle sowie diverse Aufgaben im Sales.