Transparente Produktinformationen sind kein Nice-to-have Feature mehr. Vertrauenswürdigkeit und Rückverfolgbarkeit gewinnen für Konsumenten zunehmend an Bedeutung. Produzenten und Detailhandelsunternehmen sind gefordert, den steigenden Ansprüchen zu entsprechen. Doch leichter gesagt als getan. Der Wert einer korrekten Deklaration von Inhaltsstoffen, Ursprung und Produktdetails ist zwar unbestritten, doch der laufende Austausch aktueller Stammdaten ist mit hohem Aufwand verbunden.

Informierte Konsumenten sind kritische Käufer

Der 2012 erschienene Report «Konsumgüter 2023+» von GS1 Schweiz und IBM zeigt, dass mehr als 90 Prozent der Konsumenten sich bereits vor dem Kauf online über ein Produkt informieren. Nebst dem Preis wird vor allem nach Produktinformationen gesucht. Viele Konsumenten reagieren verärgert oder verzichten gar auf einen Kauf, wenn ungenügende Informationen vorliegen. Dies geschieht immer häufiger auch direkt vor dem Regal im Supermarkt. Das Smartphone mit Online-Zugriff macht die Konsumenten nicht nur mündiger, sondern auch kritischer. Apps wie Codecheck, Barcoo oder  i-nigma machen das Einholen von Zusatzinformationen zum Kinderspiel: Einfach mit dem Handy den Barcode oder QR-Code des Produkts einscannen und schon erhält man die gewünschten Angaben. Theoretisch. Denn noch längst nicht alle Produkte sind mit den nötigen oder korrekten Informationen verlinkt. Dass das Konsumenten zunehmend nervt, liegt auf der Hand. Mehr Transparenz und mehr Glaubwürdigkeit sind angesagt. Regeln soll dies ein neues Gesetz, welches 2016 zur Anwendung kommt.

Per Gesetz zu neuen Spielregeln

In Zusammenhang mit der Totalrevision des schweizerischen Lebensmittelgesetzes (LMG) wird auch das Lebensmittelverordnungsrecht überarbeitet. Das Schweizer Parlament hat die Revision bereits verabschiedet und wird die entsprechenden Verordnungen anfangs 2016 in Kraft setzen. Damit setzt die Schweiz ein klares Zeichen für die Lebensmittelsicherheit und die Bedürfnisse von Konsumentenschutz und Lebensmittelbranche. Künftig werden die Bestimmungen betreffend Informationspflichten im Fernabsatz in der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) geregelt sein und sich an den Bestimmungen des EU-Regulativs 1169/2011 orientieren. Doch was heisst das konkret für den Detailhandel einerseits und die Konsumenten andererseits? In erster Linie werden aktuelle, transparente und vollständige Produktinformationen benötigt.

Und was hat das jetzt mit IT zu tun?

Beginnen wir jenseits der Schweizer Grenzen, dort, wo viele Schweizer Produkte in den Läden landen: in der EU. In der Europäischen Union trat die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) bereits 2012 in Kraft (mit einer Übergangsfrist bis Ende 2014). Heute sind die Angaben der Lebensmittelinformationen von vorverpackten Lebensmitteln nicht mehr nice-to-have, sondern verpflichtend. Kein Wunder also, dass Schweizer Lebensmittelproduzenten immer mehr unter Druck geraten, wenn sie weiterhin europäische Abnehmer beliefern wollen. Es genügt nicht mehr, nur die nötigsten Lebensmittelinformationen wie Inhaltsstoffe, Allergene und Nährwerte zu liefern. Verlangt werden auch logistische Informationen, wie im Global Data Synchronisation Network (GDSN) beschrieben. Diese GDS-Informationen beschreiben ein Produkt mit bis zu 200 Attributen! Darunter auch Informationen wie Produkteabmessung, Produkteverfügbarkeit, Lagen pro Palette und Bruttogewicht der Palette in Kilogramm. Auf der Basis der neuen Gesetzgebung müssen noch mehr Informationen zu einem Produkt bereitgestellt werden. In Zukunft gilt: Ohne Daten kein Absatz.

Logo GS1 SchweizAus (Daten-)Not eine Tugend machen

Auf die hiesigen Lebensmittelproduzenten rollt eine gewaltige Datenlawine zu. Die Situation wäre hoffnungslos, wenn der Fachverband GS1 Schweiz inzwischen nicht bereits reagiert hätte und mit «trustbox®» für Abhilfe sorgt. Die Lösung erfüllt alle Anforderungen der neuen Schweizerischen Gesetzgebung. Gleichzeitig werden den Konsumenten zuverlässige, kontrollierte und vor allem geprüfte Daten zur Verfügung gestellt. Damit erhält die trustbox®-Datenbank eine wichtige Bedeutung im Rahmen einer möglichen Produkthaftung gegenüber dem Konsumenten. Dank Trustbox wird aus der Produktinformationspflicht statt Last plötzlich Lust. Denn sobald die Daten bereit sind (und der Vertrag mit dem trustbox®-Betreiber GS1 Schweiz unterzeichnet ist), können Geschäftskunden auf die Daten zugreifen und die Informationen beispielsweise in ihrem Online-Shop anzeigen. Auch Behörden können auf trustbox®zugreifen und aktuelle, vollständige und gesicherte Produktinformationen weiterverwenden. Last but not least, können sich Konsumenten auf der trustbox®-Webseite oder mit der trustbox®-App über einzelne Produkte informieren. Und zwar ohne Werbung, ohne Bewertung und ohne Hinweis auf Alternativprodukte. Mit trustbox®werden falsche, mangelhafte, veraltete und unsichere Informationen über Lebensmittel eliminiert und durch vollständige, gesicherte und aktuelle Produktinformationen ersetzt.

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Christian Bühlmann

Christian Bühlmann ist Chefredaktor des topsoft Fachmagazin für Business Software.