Die GIA Informatik AG hat für eine Studie zur Relevanz von ERP-Systemen vorwiegend Führungskräfte auf C-Level von Schweizer Gross- und Traditionsunternehmen mit einer Wirtschaftsleistung von insgesamt 8,3 Milliarden Franken pro Jahr befragt. Dies entspricht rund 5,2 Prozent der Wertschöpfung des gesamten zweiten Sektors der Schweizer Wirtschaft.

ERP-System steigert die Arbeitseffizienz um 8,9 Prozent

Für die meisten Unternehmen bilden Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) heute das wichtigste Sachmittel zur Abwicklung und Überwachung der betrieblichen Leistungserbringung. Die befragten Schweizer Firmen gaben an, dass sie durch die Implementierung eines ERP-Systems ihre Arbeitseffizienz im Schnitt um 8,9 Prozent pro Jahr optimieren konnten. 44,4 Prozent der Firmen konnten ihre Effizienz durch den Einsatz eines ERP-Systems um mehr als 10 Prozent steigern, 22,2 Prozent sogar um mehr als 20 Prozent. Die V-ZUG AG in Zug, Herstellerin von Produkten in Küche und Waschraum, verbesserte ihre Leistungsfähigkeit um 10 bis 20 Prozent.  IT-Leiter Rolf Bless: «Diese Steigerung führen wir primär auf durchgängige Prozesse und die Eliminierung von Medienbrüchen zurück.» Im selben Masse konnte auch die in der Informationsübertragung tätige Ampegon AG mit Sitz in Turgi punkto Wirtschaftlichkeit zulegen. Head of IT Adrian Kalt: «Als KMU ist uns die Effizienz sehr wichtig, da unsere Mitarbeitenden nicht nur einzelne Prozessschritte, sondern ganze Prozessketten bearbeiten müssen.»

Erheblicher Tagesverlust bei ERP-Systemausfall

Welches sind die Konsequenzen, wenn ein ERP-System vorübergehend ausfällt? Bei den befragten Betrieben führt eine solche Störung zu einem geschätzten durchschnittlichen Verlust von 30 357 Franken pro Tag. 32,1 Prozent erleiden ein Tagesminus von mehr als 50 000 Franken. Verfügen die Grossunternehmen über Tausend Mitarbeitende, steigt der Tagesverlust gar auf 67 142 Franken an.  Die V-ZUG AG mit über 1400 Mitarbeitenden veranschlagt den Fehlbetrag pro Tag auf 50 000 bis 100 000 Franken. Mit etwaigen Vertragsstrafen und -rücktritten entspricht dieser Wert zwischen zwei und zehn Prozent des Tagesumsatzes. Das Setup des Pharmaunternehmens Siegfried AG in Zofingen erlaubt einen Notbetrieb von einem halben Tag während der Produktion; anschliessend müsste diese eingestellt werden. Vice President IT Jean-Claude Flury: «Wie viel der Tagesverlust effektiv beträgt, hängt von den jeweiligen Produktionsaufträgen ab. Ab Tag zwei kann er sich aber – bedingt durch den Ausfall des Materialnachschubs, des Produktionsunterbruchs, ausbleibender Auslieferungen, Konventionalstrafen – rasch auf eine einige hunderttausend Franken belaufen.»

Wechselgrund des ERP-Systems ist klar identifizierbar

Warum wechseln Schweizer Unternehmen ihr ERP-System? 69,1 Prozent der Befragten strebten diese Erneuerung an, weil das bisherige ERP-System veraltet war und den gestellten Anforderungen nicht mehr genügte. 25,5 Prozent gaben an, damit ihre Prozesse optimieren und die Effizienz steigern zu wollen. Auffallend ist, dass keiner der befragten Betriebe angab, aufgrund von Kosteneinsparungen einen Wechsel vorzunehmen. Die Maagtechnic AG in Dübendorf, die im Bereich Handel, Service und Dienstleistungen tätig ist, sieht denn auch in einem aktuellen ERP-System ihre Lebensader, die alle Funktionen miteinander verbindet. Robert Zepf, Leiter ICT und Logistik sowie Mitglied der Geschäftsleitung: «Nur mit einem zeitgemässen ERP-System kann man die aktuellen Marktbedürfnisse effizient und nachhaltig befriedigen. Zudem braucht es einfach eine fortschrittliche Infrastruktur, die auch die internationalen Anforderungen abbildet, wenn man sich als Firma behaupten will.»

Trends innerhalb der ERP-Industrie

Welcher Technologie messen die Schweizer Unternehmen in Zukunft die grösste Relevanz bei? 74 Prozent der befragten Firmen sehen grosses Potenzial im Bereich Industrie 4.0. Bei den Betrieben mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Franken sind es gar 80 Prozent. 22 Prozent denken, dass die Cloud weiterhin eine grosse Rolle im Schweizer Markt spielt.

Erstellt und ausgewertet wurde die Studie von GIA Informatik AG in Zusammenarbeit mit der Online Marketing AG und dem Marktforschungsunternehmen GfK.

Download der Studie

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann ist Chefredaktor des topsoft Fachmagazin für Business Software.